Nach einer Vorlaufzeit von vier Jahren scheint
es nun einen Fortschritt zu geben in Sachen Fußballplatz des SC Rondorf
von 1912. Die bisherige marode Sportanlage an der Pastoratsstraße soll
verlagert werden und Platz für ein Neubaugebiet machen.
Rondorf -
Als neuer Standort ist eine städtische Fläche an die
Kapellenstraße/Husarenstraße vorgesehen, die bislang noch
landwirtschaftlich genutzt wird. Ein Bebauungsplan soll jetzt
aufgestellt werden für dieses Areal.
Zeitgleich soll die Verwaltung auch einen Bebauungsplan offen legen für
das alte Fußballfeld zwischen Pastoratsstraße, Westerwaldstraße und
Rondorfer Hauptstraße. Auf dem 22 400 Quadratmeter großen Sportgelände
soll künftig ein kleines Neubaugebiet entstehen. Das haben die
Bezirksvertretung Rodenkirchen und die Ratsausschüsse für
Stadtentwicklung und Sport jüngst beschlossen. Zudem ist die Verwaltung
beauftragt, mittels einer europaweiten Ausschreibung einen Investor zu
suchen, der das bisherige Sportgelände von der Stadt erwirbt und bebaut.
Außerdem soll der Investor die neue Sportanlage an der Kapellenstraße
in unmittelbarer Nachbarschaft zur „St. George’s School“ nach Vorgaben
des Sportamtes errichten.
Anwohner beschweren sich über Lärm und Staub
Vor vier Jahren hat die Bezirksvertretung erstmals beantragt, den
Sportplatz zu verlagern. Getan hat sich seitdem nichts. Nach wie vor
wartet der SC Rondorf auf eine Reaktion der Verwaltung. Nach wie vor ist
der Vorstand des SC Rondorf damit beschäftigt, die Anwohner zu
beruhigen, die sich über Lärm und den Staub beschweren, den die
Fußballer vor allem im Sommer auf dem Aschenplatz aufwirbeln. „Wir
hatten zwischenzeitlich sogar eine Anwohner-Sprechstunde eingerichtet“,
sagt Reinhard Neumann, der Geschäftsführer des Vereins.
Es sei verständlich, dass sich die Nachbarn ärgern. Immerhin liegt der
Platz mitten im Wohngebiet. In den vergangenen drei Jahren sei die
Mitgliederzahl von etwa 340 auf 500 gewachsen. 15 Jugend- und drei
Seniorenmannschaften sowie ein Altherren-Team zählt der Verein zurzeit.
Das bedeutet mehr Training, mehr Spiele, mehr Zuschauer. Der Lärm und
das Parkplatzproblem hätten sich zusätzlich verschärft, seit die erste
Mannschaft in die Bezirksliga aufgestiegen sei. Nach wie vor spielen die
Fußballer auf einem Platz, der längst nicht mehr zeitgemäß ist. „Schon
bei geringen Regenfällen bilden sich riesige Pfützen, die das Spielen
und Trainieren unmöglich machen“, sagt Klub-Präsident, Rafael Iborra
(49). Für die Sanierung habe die Stadt zuletzt nichts mehr ausgegeben,
weil die beiden neuen Fußballplätze stets im Raum gestanden hätten.
Investor wegen Verzögerung abgesprungen
„Wir wurden vertröstet und hingehalten“, so Rafael Iborra. Sogar einen
Investor habe der Verein schon an der Hand gehabt. Der sei aber wegen
der Verzögerung wieder abgesprungen. Warum der Rondorfer Fußballverein
„vergessen“ wurde, kann sich der Vorstand nicht erklären. Das
Bodengutachten sei wohl nicht schuld an der langen Verzögerung gewesen,
vermuten Rafael Iborra und Reinhard Neumann. Das habe nämlich insgesamt
nur ein dreiviertel Jahr gedauert. „Wir erwarten, dass sich das Sport-
und das Liegenschaftsamt intensiv für die schnelle Platzverlegung
einsetzt und alsbald einen Zeitplan vorlegt“, so der Vorstand. Die
Politik solle darauf hinwirken.
Platz für Doppel- und Einfamilienhäuser
Ein Investor soll auf dem alten Sportplatz an der Pastoratsstraße 24
Gebäude errichten. So sieht es eine städtische Beschlussvorlage vor. 16
Grundstücke von 250 bis 400 Quadratmeter sind für eine
Doppelhausbebauung mit zwei Geschossen vorgesehen, außerdem vier
freistehende Einfamilienhäuser auf Grundstücken von rund 600
Quadratmetern sowie vier weitere eingeschossige Gebäude. Auch ein
Kindergarten mit vier Gruppen, ein Spielplatz und eine öffentliche
Grünfläche sind geplant.